Surfmagazin Sylt
Wavepoints:

Der Captain verlässt das Schiff! – Antoine Albeau

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Im Laufe der Jahre haben wir viele große Sportler getroffen.

Antoine Albeau ist einer davon. Einer, der alleine durch seine physische Präsenz auffällt.

25 mal wurde er Weltmeister in verschiedenen Disziplinen. Zwischen 2007 und 2015 war es keinem Slalompiloten möglich ihn vom Thron zu verdrängen. Der 1972 auf in La Rochelle geborene Franzose wurde gleich 10x französischer Meister und 2001 schaffte er es, auch den Weltmeisterschaftstitel im Freestyle zu gewinnen. In Frankreich, wo er sogar mit dem französischen Präsidenten zu Abend aß, ist er eine Legende.

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Bei der Eröffnung des Windsurf Worldcups 2022 standen um die 100 Windsurfer in der Musikmuschel in Westerland, um ihre Länder zu präsentieren. Spitzensportler allesamt. Doch als Antoine Albeau die Bühne betrat, war es, als wenn der Chef sich zu seinen Azubis stellte. Ein Haudegen vergangener Zeiten. Sein Debüt bei der PWA feierte Antoine übrigens 1992. Da waren die meisten seiner am Sylter Strand versammelten Konkurrenten noch nicht geboren.

30 Jahre im Profi-Zirkus, das hinterlässt Spuren. Die meisten Freestyler und Wavespezialisten sind mit etwa 30 Jahren über ihrem Zenit hinaus. Die körperlichen Anforderungen sind unglaublich. Wer sich schon einmal einen PWA Heat in ruppigen Konditionen angeschaut hat, der bekommt eine schwache Ahnung davon. Waschgänge, die mit der Kollision des Materials in der Welle enden. Moves, die nicht gestanden werden und Verrenkungen nach sich ziehen, die eine/n „Otto Normal“ Windsurfer/in direkt ins Krankenhaus bringen würden. Doch die Sportler/innen schütteln sich nur einmal kurz. Dann steigen sie erneut auf das Board oder kämpfen sich in überkopf hohen Wellen zurück in den Wettkampf. Verletzungen werden dabei in Kauf genommen. Über die Jahre summiert sich dies und der Körper macht irgendwann zu.

Beim Slalom ist die Verletzungsgefahr nicht ganz so groß, es ist mehr die permanente Überlastung, die den Sportlern zu schaffen macht. Und doch können Slalompiloten Spitzenleistungen bis in ihre vierziger Jahre hinein abrufen. Antoine Albeau mit seinen 50 Jahren konnte dies sogar bis zum heutigen Tag und vielleicht auch noch weitere vier bis fünf Jahre. Dass er nicht unverwüstlich ist, musste er auf Sylt feststellen, wo sein Rücken recht stark schmerzte. Matteo Iachino, Pierre Mortefon, Jordy Vonk und nicht zuletzt der Pole Rutkowski sind ebenbürtig, könnten aber allesamt auch seine Söhne sein. Hinzu kommt, dass mit dem Foiling ein „neues“ Wettkampfform geformt wurde, dass ihn vielleicht nicht die 100% abrufen lässt, die er geben könnt und will.

So entschloss sich Albeau nach über drei Jahrzehnten für den Rücktritt vom internationalen Wettkampfsport im Rahmen der PWA.

Vielleicht auch, weil er mehr an seinem Zephyr-Projekt arbeiten möchte. Der ultimative Geschwindigkeitsrekord ist dabei sein Ziel. Einen hält er bereits: Seit über einer Dekade ist auf der 500 Meter Strecke im Speedsurfen niemand schneller als er gewesen.

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