Surfmagazin Sylt
Wavepoints:

eFoil im Überblick und Aerofoil Video-Interview

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2012 begann die elektrische Revolution auf dem Wasser mit dem „Lampuga“ Elektro-Surfboard. Sie dauerte etwa drei Minuten und war nicht sonderlich überzeugend.

Die ersten E-Surfboards

Die komplette Surfbranche war 2012 zum Surffestival in Pelzerhaken angetreten, um die neuesten Produkte vorzustellen und bei der Konkurrenz einen Blick auf innovative Entwicklungen zu werfen. Vom Veranstalter angekündigt, sollte auch die deutsche Marke „Lampuga“ ihren ersten Auftritt in der Öffentlichkeit antreten. Regionale und überregionale TV Sender machten sich bereit, dieses sensationelle Surfboard zu filmen. Die Mischung aus Jetski und Surfboard war angetreten, um eine Revolution auszulösen. Der 50 Kilogramm schwere Bolide wurde ins Wasser getragen und schoss etwa 200 Meter in die kalte, wellenlose Ostsee. Dort gurgelte er noch kurz vor sich hin, um dann vor sich hin zu dümpeln. Die DLRG schleppte das Board dann zurück an Land. Die Präsentation wurde vertagt und das „Lampuga“ verschwand aus dem Rampenlicht.

Doch in den letzten zehn Jahren hat sich unheimlich viel in der Entwicklung von elektrobetriebenen Sportgeräten getan. Speziell im Bereich der Batterietechnologie. Lithium Akkus sind längst zum Standard geworden. Das Ergebnis sind wesentlich längere Laufzeiten, sowie eine verkürzte Ladedauer. Hinzu kommt eine Gewichtsersparnis, die immens ist. Das Ergebnis war ein unglaublicher Boost in vielen Sparten des E-Freizeitsports. Drohnen sind im Preis erschwinglicher und bei den Elektro Skateboards und E-Rollern gab es Quantensprünge. Elektro Surfboards sind jedoch nicht viel populärer geworden. Die hohe Wasserverdrängung verschlingt Unmengen an Energie, was wiederum die verfügbare Fahrzeit weiter einschränkt.

Parallel zur oben erwähnten Leistungssteigerung von Akkus, investierte die Branche in einen Sport, der anfänglich von den meisten eher als Gimmick eingestuft wurde. Auf den Baggerseen sah man ab und an eine Art Fahrrad-Gestell, mit dem sich die Surfer durch Auf- und Abwärtsbewegungen über das Wasser pumpen konnten. Auch ich stürzte mich auf den bereits 2004 entwickelten muskelbetriebenen Aquaskipper. Ein Riesenspaß. Laut dem Entwickler der Firma, kann in naher Zukunft eine Weiterentwicklung begutachtet werden. Wir sind gespannt.

Das Foil nimmt Fahrt auf

In den letzten Jahren nahm das Foilen dann endgültig Fahrt auf. Die Kite- und Windsurfer fahren deutsche Meisterschaften aus. Und Kay Lenny zeigte vor Hawaii mit seinem Ritt auf dem Surfboard, was möglich ist. Er holte aber auch viele Enthusiasten auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein Foil funktioniert bei etwa 17 Stundenkilometern. Dann steigt der Flügel, der an der Finne befestigt ist, im Wasser und das Gleiten beginnt. Schwierig, dies mit reiner Muskelkraft zu bewerkstelligen. Das Starten war entsprechend nur vom Steg, mit dem Segel, Wing oder Kite möglich. Ohne diese Hilfsmittel versank die Konstruktion so weit unter Wasser, dass Antrieb und Auftrieb verloren ging. Womit wir wieder beim Thema Elektroantrieb landen.

Das eFoil

Das E-Foil ist quasi die Quintessenz aus den Erfahrungen der letzten Jahre. Das Gewicht liegt bei den meisten Modellen zwischen 30 und 34 Kilogramm. Es generiert die Kraft über den Elektroantrieb, womit das extreme Paddeln überflüssig wird. Mit dem E-Foil braucht man es schlichtweg nicht. Das Erreichen von 17 Stundenkilometern ist eine leichte Aufgabe. Es erfordert weder Muskelkraft noch besonderes Können mit Kite oder Segel. Neben diesem offensichtlichen Vorteil punktet das E-Foil durch eine lange Betriebsdauer. Zwei Stunden kann das Surfboard über dem Wasser bewegt werden. Der Grund ist nicht nur die verbesserte Batterietechnologie. Während das klassische Surfbrett sich mit seiner Masse durch das Wasser pflügt, berührt das Foilboard die Wasseroberfläche nur während der Startzeit. Dann wird es von Geisterhand über Wasser gehalten. Die Geschwindigkeiten geben die meisten Anbieter mit bis zu 50 Stundenkilometern an. Das ist schon eine Ansage. Einige Produzenten weichen ab. Die einen geben bis zu 55 Stundenkilometer an, andere werben mit bis zu drei Stunden Betriebszeit.

In Sachen Sicherheit gibt es Unterschiede, die beim Kauf zu berücksichtigen sind. Foilen ist ein Extremsport. Das generierte Tempo ist enorm, ein Sturz kaum kontrollierbar. Und der Kontakt mit Finne oder Propeller dürfte ein blutiges Ende nehmen. Aerofoil, von Audi mitentwickelt, hat den Antrieb entschärft. Sie setzen einen Impeller ein, mit dem die Verletzungsgefahr eher gering ist.

Einen großen Nachteil haben die Elektroboards alle. Es ist der Preis. Grundsätzlich kann man bei der Anschaffung eines E-Foils mit weit über 10.000 Euro rechnen. Ausnahmen gibt es natürlich. Das Waydoo Flyer One kostet rund 7000 Euro, kommt aber auch nicht an die Leistung der Boards von „Aerofoil“, „Fliteboard“ oder „Lift“ heran.

Zum Glück gibt es mittlerweile viele Schulungs- und Verleihstationen im Binnenland und in den Küstenregionen. In der Binzer Bucht auf Rügen finden sich gleich zwei Anbieter.

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