Surfmagazin Sylt
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Surfen lernen auf Sylt und anderswo – Sommer 2022

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Wie man Surfen lernt:

Sich selbst Surfen beizubringen kann funktionieren, kann Dir aber auch Probleme bescheren. Falsche Grundlagen, die falsche Einschätzung von Strömungen und Wellen, sowie die fehlende Einweisung in die Surfer-Etikette können Dich unnötig in Gefahr bringen. Außerdem bringt es viel Spaß, mit mehreren Leuten im Kurs zu lernen. Gemeinsames Pushen und das Feiern der Erfolgserlebnisse machen das Surfen lernen auf Sylt zu einem Riesenspaß.

Nachfolgend einige Grundlagentips für den Start!

1) Die passende Ausrüstung finden

Neoprenanzug, Booties, Wachs, Leash und andere Kleinigkeiten kannst Du Dir selbstverständlich zusammenstellen, wie Du magst. Bei Auswahl der Leash musst Du die Boardlänge beachten und beim Wachs natürlich die Wassertemperaturen. Was das Board betrifft, so haben wir gestern einen längern Artikel über die richtige Brettwahl geschrieben.

Welches Board am besten zu dir passt findest du in unserem letzten Beitrag:
https://surfmagazin-sylt.de/surfenaufsylt/welches-board-fuer-surfanfaenger/

2) Finde einen Surfspot, der für Dich geeignet ist.

Es gibt viele verschiedene Arten von Wellen. Einige möchtest Du am Anfang nicht erleben. Wellen die hohl auf ein Riff brechen, können verdammt weh tun. Zu Beginn Deiner Surfkarriere solltest Du dich auf kleine Wellen fokussieren oder – wenn es denn größer ist und Du keine Alternative hast, Dich im Weißwasser austoben. Aber Vorsicht vor der Rückströmung. Große Wellen, heftige Strömung.

Hilfreich zur Bestimmung sind Webseiten wie magicseaweed.com oder Windfinder.com. Grundsätzlich gut wird es auf Sylt, wenn nach einer starken Westwindlage, der Wind auf Ost dreht. Dann sind 2-3 Tage Hawaii garantiert. Bei starkem Ostwind kann der Spaß auch kürzer werden. Es sei denn, ein Swell baut die Wellen ein wenig auf. Die wohl einfachste Art und Weise bevorstehenden Swell auszumachen, ist es die Locals zu fragen. Dezent natürlich. Nicht jeder Local verrät Dir den Spot oder Forecast.

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3) Ebbe und Flut checken

Hier kannst Du nur auf Vorhersagedienste setzen. Checke wann das Wasser auf- oder abläuft. Beobachte wie sich das Wasser verhält! Gibt es längere Wellen bei auflaufendem Wasser oder führen sie zuviel Masse mit sich? Brechen die Wellen bei Vollflut direkt auf den Strand? In der Regel liegt man zwei Stunden vor high Tide gut im Rennen. Midtide ist ebenfalls eine gute Zeit. Doch all dies ist abhängig vom Spot selbst. Auf Sylt kannst Du Dich zwei Stunden vor Hochwasser ins Wasser begeben. Ein Blick auf unser Surfwetter (Siehe oben) ist hilfreich. Dann siehst du Live, wie die Wellen laufen. Oder noch besser… Gehe an den Sylter Strand.

Zum Surfwetter auf Sylt:
https://surfcam-sylt.de/

Zu Magic-Sea-Weed:
https://magicseaweed.com/Sylt-Surf-Report/158/

Zu Windfinder:
https://de.windfinder.com/forecast/brandenburger_strand_westerland

4) Lerne das Meer kennen

Nehme Dir Zeit. Surfen erfordert Geduld. Setze Dich an den Spot Deiner Wahl und beobachte, was passiert. Wann gehen die anderen Dudes auf Wasser? Wo tut sich eine Chance auf, Wellen zu kriegen und zu welchem Zeitpunkt. Wo ist der Ripcurl. Strömungen im Wasser lassen sich an mehreren Dingen ausmachen. Fokussiere Gegenstände und beobachte, in welche Richtung sie sich bewegen.

Gibt es Auffälligkeiten wie Choppy Water oder Strudel, wo eigentlich keine sein sollten? Und wenn Locals in nicht in offensichtlich gute Wellen gehen, dann hat dies meist einen Grund. Felsen, Strömungen oder sonstige Gefahren könnten hier lauern. Auf Sylt waren es die Buhnen. Diese sind zum größten Teil gezogen. Schaue aber mal bei Ebbe Strand vorbei, ob sich noch welche im Wasser verbergen. Du willst nicht die Titanic sein, deren Unterwasserschiff aufgeschnitten wurde.

5) Regeln

Surfen ist ein Individualsport. Doch auch hier gibt es Regeln. Und Du willst Dich als Einsteiger nicht mit den Locals anlegen. Die Gründe erscheinen trivial, für Surfer sind sie es nicht. Ein freundliches „Moin“ hilft schon mal. Halte Dich abseits von den besetzten LineUps. Lassen den großen Jungs die Wellen. Sie werden es Dir danken und Dir dann auch Deinen Slot einräumen. Wenn Du auf dicke Hose machst – sei versichert – speziell in Frankreich oder Portugal kriegen sie schnell raus, wo Dein Auto steht. Oder Deine Leash wird zum Lieblingsziel der Locals.

6) Hör auf Deinen Körper

Die Wellen sehen Hammer aus! Aber in der letzten Nacht war die Party länger. Du fühlst Dich eigentlich gut, hast aber ein diffuses Gefühl der Unsicherheit? Dann solltest Du lieber nicht rausgehen. Auch wenn Dein Körper von der Session gestern noch völlig down ist, vermeide die Überanstrengung. Unkonzentriertheit kann übel ausgehen. Reserven sind wichtig. Dein Körper sagt Dir schon Bescheid. Höre auf ihn. Esse vorher Haferflocken oder ein paar Bananen. Mit leerem Magen wirst du ziemlich bald übersäuern. Auch nicht schön…

7) Board wachsen

Das erste Mal ein Board wachsen ist immer spannend. Finden wir jedenfalls. Man macht es mit gemischten Gefühlen. Das schöne Hochglanzboard wird „dreckig“

Und man fragt sich: Wohin mit dem Zeug?

Achtung nicht ernstgemeint 😉

Hier sind zwei Tipps:

Softtop musst Du nicht unbedingt wachsen. Aber wenn Du es partout willst, dann im Bereich wo du mit den Füßen stehst. Bei allen anderen Boards kannst Du eine Art Gittermuster wachsen. Und dieses dann noch quer vergrößern.

 Footpads musst du nicht wachsen. Aber bis Du soweit bist, dass Du ein Fußpad am Board hast, vergehen noch ein paar Stunden. Etwa 100 Stunden reines Surfen kannst du ins Auge fassen.

8. Leash

Hin und wieder sieht man sie: Die, denen es egal ist, was sich in der Brandung tümmelt. Kinder, Erwachsene oder auch niemand. Sie brauchen die Leash nicht. Du gehörst bitte nicht zu diesen Experten. Verliert man nämlich sein Board, wird es unter Umständen wie eine unbetankte V2 in Richtung Strand katapultiert und ist dann eine Gefahr für alle im Wasser. Zudem ist die Leash auch eine kleine Lebensversicherung, wenn die Strömung einmal zu heftig sein sollte oder Du Dich verletzt.

9) Übe den Popup – im Wasser UND an Land

Die grundlegenden Pop-up- und Take-off-Bewegungen werden nicht nur von Anfängern geübt. Selbst Profisurfer arbeiten noch an einem perfekten Pop-up. Das ist so ähnlich wie der Sonnengruß beim Yoga. Anfänger machen ihn und die Gurus auch. Es gibt so etwas wie ein Muskelgedächtnis. Wenn Du den Ablauf 100% verinnerlicht hast, denkst Du nicht mehr nach und es wird eine fließende Bewegung ohne Zwischenschritte.

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10) Verinnerliche Deinen Sweet Spot

Wie und wo belaste ich mein Board beim paddeln und in der Welle am besten. Übe es und präge Dir die Position und Haltung ein. Time on Water….

11) Dehnen und Aufwärmen

Das Dehnen wird gerne unterschätzt. Surfen ist ein Extremsport mit extremen Bewegungen. Ein Aufwärmen schützt vor Zerrungen oder Rissen. Auch das Herz wird es Dir danken, wenn es schon mal ein wenig in Schwung kommt und nicht erst dann, wenn Du bei 10 Grad Wassertemperatur gewaschen wirst.

12) Übe das Sitzen auf deinem Brett

Das Sitzen auf dem Board und die schnelle Drehung, wenn die Welle kommt, ist immens wichtig. Speziell bei kleineren Boards bedarf es der Übung.

13) Wie man hinauspaddelt

Schau nach vorne! Paddel nicht in gerader Linie zum LineUp. Surfer, die aus der Welle kommen, haben immer Vorfahrt. Schau nach dem Ripcurl und lass Dich ziehen.

14) Übe die Duck Dive und die Turtle Roll  

Der Weg hinaus führt durch die Welle. Es gibt mehrere Möglichkeiten sich gegen die Wassermassen durchzusetzen. Mit dem Board tauchen (Duck Dive) oder sich vom Brett fallen lassen und dieses über sich ziehen (Turtle Roll). Perfektioniere dies. Es wird Dich Zeit sparen lassen. Und natürlich auch Kraft, denn du wirst dann wahrscheinlich nicht von den Wellen wieder ans Land geworfen. Bei großen Boards, wird der Duck Dive schwierig. Aber Du wirst irgendwann kleine Boards fahren.

Surfen lernen auf Sylt

15. Richtig Fallen

Du solltest diesen Bereich nicht unterschätzen, denn hierbei kannst Du Dich tatsächlich heftig verletzen. Grundsätzlich solltest Du eine Ahnung davon haben, wie viel Wasser unter Dir ist. Einen Seemannsköpper in 40cm Wasser zu machen, kann doof ausgehen. Auch das Abspringen mit den Füßen voraus, ist keine gute Idee. Knie und Knöchel sind vergänglich… 

Sofort nach dem Fallen solltest Du Deinen Kopf und Dein Gesicht schützen, falls du in die Waschmaschine kommst. Wenn es übersichtlich ist und flach – dann versuche auch flach zu fallen.

16) Arbeite an deiner Paddeltechnik

Das Paddeln ist wahrscheinlich die mühsamste Sache beim Surfen lernen auf Sylt. Da hilft nur Training. Zuhause im See auf dem Surfboard zu üben – sieht zwar doof aus – egal!! Du hast nur wenig Zeit im Urlaub und willst nicht Kondition bolzen. Auch Schwimmen ist super. Alles, was Deinen Oberkörper trainiert, hilft Dir, die Welle zu bekommen.

18) Erinnere Dich an Fehler

Falsche Richtung gepaddelt, Board falsch belastet, zu früh oder zu spät aus der Welle ausgestiegen? Kein Problem. Wir lernen aus Fehlern!!

Übung macht den Meister!

19) Bleib im Wasser in Bewegung

Einfach an einer Stelle bleiben, ist meist kontraproduktiv. Durch Ebbe und Flut verändert sich die Position der Wellen permanent. Sei wachsam und beobachte die Wellen. Und dann paddel einfach in die passende Richtung. Eigentlich bist du ständig unterwegs …

 Hinweis: Vergiss dabei nicht die Regeln der Surfer-Etikette

Denke immer daran, dass auch die größten Surfer einmal angefangen haben. Sei nicht zu streng mit dir. Surfen ist eine der anspruchsvollsten Sportarten, die es gibt.  Steh auf, geh raus und hab so viel Spaß wie möglich. Selbst ein verrückter Absprung vom Board kann Spaß machen. Lache über Dich selbst!

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