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Welche Windsurf Finnen – Arten gibt es?

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Windsurf Finnen – Kennt ihr Wolfgang Lessacher? Seit mehr als 30 Jahren baut Wolfgang Finnen. Für viele Surfer ist das Finnensetup ein notwendiges Übel. Etwas was unter das Board geschraubt wird. Ob da nun die Finne einen anderen Winkel hat oder 1-2 Zentimeter länger ist – wen interessiert es. Die meistgestellte Frage am Surfspot ist die nach einer Schraube oder dem vermadeldeiten Plättchen, das wieder mal in den Sand gefallen ist oder in den unendlichen Weiten des Bullis verschwunden ist. Rede mal mit Wolfang Lessacher darüber. Da sind drei Abende nicht genug. Aber warum ist das so?

Nicht sichtbar auf den ersten Blick lebt sie die meiste Zeit unter Wasser. Sie bekommt nicht so viel Aufmerksamkeit wie ein Brett oder ein Segel. Dennoch erfüllt sie eine der wichtigsten Aufgaben für uns. Die Windsurf Finnen entscheiden zu einem großen Teil darüber, wie schnell und leicht wir gleiten – wie kontrollierbar, leicht zu manövrieren oder zu springen unser Board sein wird. Wenn wir ein neues Board kaufen, bekommen wir in der Regel auch eine schöne Finne dazu. Diese sollte für einige Zeit gut funktionieren. Aber wenn die Segelsammlung wächst und wir ein bisschen mehr Leistung aus unserem Board herausholen wollen, lohnt es sich, über eine neue Finne nachzudenken.

Finnen-Typen

In der Welt der Finnen gibt es viele verschiedene Formen. Diejenigen mit längeren, geraden und schmalen Outlines sind in der Regel für höhere Geschwindigkeiten gedacht. Kürzere Finnen mit einem gebogenen Ende werden für eine höhere Manövrierfähigkeit, wie zum Beispiel bei einer Wave Competition verwendet. Als allgemeine Einteilung reicht uns das vorerst. Ein weniger auffälliges Merkmal ist ihre Dicke. Dickere Finnen erzeugen bei leichtem Wind mehr Leistung, sind aber nicht so schnell wie dünnere Finnen. Physik. Etwa vergleichbar mit Longboard Rollen. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Flexibilität. Steifere Windsurf Finnen sind für Geschwindigkeit gemacht, solche mit mehr Flex sind besser für Kontrolle und Manöver. Das richtige Maß an Flexibilität wird durch die Verwendung unterschiedlicher Stärken und Materialien bei der Finnenkonstruktion erreicht. Generell gilt, dass dickere Finnen steifer sind. Windsurf Finnen aus Polyesterharz oder Vinyl weisen einen höheren Flex auf als solche aus G10 oder Carbon. Du kannst die Flexibilität überprüfen, indem du die Finnenspitze biegst.

Finnenkästen

Wenn Du dir die Konstruktion der Windsurf Finnen anschaust, wirst Du feststellen, dass es auch unterschiedliche Formen von Finnenstärken gibt. Das liegt an den verschiedenen Arten von Finnenkästen bei Windsurfbrettern. Längere Finnen brauchen einen tieferen und steiferen Sitz im Brett. Die kürzesten Windsurf Finnen müssen in der Regel in sehr dünne Tails passen, so dass nicht allzu viel Platz für eine größere Finnestärke besteht. Es gibt vier Haupttypen von Finnenkästen auf dem Markt:

Deep Tuttle Box

Sehr tiefer Kasten mit zwei langen Schrauben. Wird bei Renn- und Slalomboards für die längsten Windsurf Finnen verwendet.

Windsurf Finnen

Tuttle Box

Etwas flacher als die tiefe Version, ebenfalls mit zwei Schrauben. Wird bei Slalom- und Speedboards für längere und mittlere Finnen verwendet.

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Power-Box

Noch flacher und mit nur einer Schraube. Sie bietet eine gute Steifigkeit für mittlere und kürzere Finnen für Freeride, Freestyle, Slalom und Speed.

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US-Box

Sehr flache Box. Um die Finne zu montieren, schiebt man sie in eine spezielle Schiene und schraubt sie mit einer kleinen Schraube von unten fest. Die US Box findet man an Wave- und Freestyle-Boards. Dies ist die einzige Box, die es ermöglicht, die Position der Finne im Brett zu verändern.

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Slot-Box

Ein System, das bei Wave-Boards mit mehreren Finnen verwendet wird und in der Regel zur Montage kleinerer Seitenfinnen dient.

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Finnen-Formen

Wie ihr bemerkt, ist die Herstellung einer einzigen universellen Finne unmöglich. Die eine Art von Windsurf Finnen wird für Regatten mit großen Segeln benötigt, die Andere für das Wavesurfen. Jede Windsurf-Disziplin, sei es Freeride, Slalom, Formula Windsurfing, Freestyle oder Wave, braucht ihre eigene Art von Finne. Das sind die Gängigsten:

Race-Finnen

Sehr lang, gerade und schlank mit maximaler Steifigkeit. Hergestellt aus Carbon. Beispiele: Maui Ultra Finnen Slalom Race Carbon, Select S1 Race

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Slalom Finnen

Kürzer als die Race-Modelle, aber genauso schlank und steif. Sie können leicht nach hinten gekippt werden. Hergestellt aus Carbon oder G10. Beispiele: Z-Fins, Select S1 Slam.

Windsurf Finnen - slalom finneslalom pro carbon

Freeride-Finnen

Etwa gleich lang wie Slalom Finnen, aber mit mehr Biegung und geschwungener Kontur. Meistens aus G10, Vinyl oder Karbonverbundstoffen. Beispiele: Maui Ultra Fins X-Ride, Select (…)

Windsurf Finnen - freeride finne MUF Maui Ultra Fins X Ride Windsurf Freeride Finne

Freestyle-Finnen

Sehr breit und kurz. Sie sorgen für schnelles Gleiten, gute Beschleunigung, großen “Pop” des Boards und geringen Widerstand bei Gleitmanövern. Hergestellt aus G10- oder Vinyl-Verbundstoffen. Beispiele: Maui Ultra Finnen Style, Select MX Evo, Unifiber Freestyle “Chop Chop”.

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Wave Finnen

Kurz, mit der kurvenreichsten Outline. Sie sind die wendigsten Finnen auf dem Markt und bieten eine gute Kontrolle bei starkem Wind. Wie der Name schon sagt, werden sie zum Wellenreiten verwendet. Es gibt sie in Konfigurationen mit einer (zentralen) oder mehreren Finnen. Hergestellt aus G10- oder Vinyl-Verbundwerkstoffen. Beispiele: Maui Ultra Fins X-Wave, Select Wave X1 V4, Unifiber Wave.

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Bump & Jump-Finnen

Für das Freeride-Segeln auf kleineren Boards bei starkem Wind. Ideal zum Springen. Sie bieten gute Kontrolle und Geschwindigkeit, aber auch eine gute Manövrierfähigkeit. Hergestellt aus G10 oder Vinyl-Verbundmaterial. Beispiele: Maui Ultra Finnen Nospin Cross, Select Shock Bump’n Jump, Unifiber Freeride.

Windsurf Finnen - bumpnjump finne

Seegras-Finnen

Spezielle Windsurf Finnen für Spots mit Unkraut/Seegras im Wasser. Ihre Vorderkante ist stark nach hinten geneigt, so dass die Chance, sich während des Segelns im Unkraut zu verfangen, sehr gering ist. Es gibt sie in vielen Größen und für verschiedene Boardtypen: Race, Slalom, Freeride und Bump&Jump. Hergestellt aus G10 oder Vinyl-Verbundwerkstoffen. Beispiele: Maui Ultra Finnen Nospin Cross, Select Shock Bump’n Jump, Unifiber Freeride.

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Windsurf Finnen für flache Gewässer

Wenn die Tiefe deines Reviers es nicht zulässt, mit einer normalen Finne zu fahren, kannst du dir mit einer speziellen Finne für flaches Wasser helfen! Diese Finnen können bis zur Hälfte der Länge einer normalen Finne sein. Ihre Kraft kommt von der dickeren und breiteren Form. Sie werden aus G10- oder Vinyl-Verbundstoffen hergestellt. Beispiele: Maui Ultra Fins Delta, Lessacher Finnen, Unifiber Shallow Rider.

Fazit

Wenn wir alle wichtigen Windsurf Finnen Arten kennen, bleibt immer noch eine Frage offen: Welche Windsurf Finnen soll ich für mein Board kaufen? In erster Linie solltest du ein Modell wählen, das für deine Art des Surfens (z.B. Slalom, Race, Freestyle) gemacht ist. Dabei sollte man darauf achten, welche Art von Board du fährst und welchen Finnenkasten dein Board hat. Der einfachste Weg, die richtige Größe deiner neuen Finne herauszufinden, ist, die Empfehlung des Herstellers zu lesen. In der Regel finden Sie auf den Websites der Hersteller nützliche Größentabellen.  Es sind zum Teil Nuancen.

Es lohnt sich, daran zu denken, dass du ohne eine gute Finne auch das beste Brett nicht wie ein Champion surfen wirst. Und Dinge, die wir oft auf das Board schieben, wie langsames Gleiten, mangelnde Kontrolle bei starkem Wind, können leicht durch den Wechsel der Windsurf Finnen gelöst werden!

Solltest du noch Fragen haben oder weitere Beratung benötigen kannst du ins gerne eine Mail an info@surfmagazin-sylt.de schreiben.

Dein Surfmagazin Sylt Team!

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